Vor einigen Tagen wurde ich von einer Interessentin gefragt, welche Ausbildung für sie den die richtige ist. Da diese Frage sicher viele beschäftigt, die eine Coaching Ausbildung machen möchten, hier meine Antwort. Sie deckt sicher nicht alle Aspekte für die Entscheidungsfindung ab, ist für den einen oder anderen aber vielleicht hilfreich.

Welche Ausbildung die „richtige“ ist, das kommt auf Ihre Wünsche & Ziele an. Herr Migge bietet dazu in seinem Buch „Handbuch Coaching und Beratung“ einiges an Informationen.

Aus meiner Sicht ist die Personal Coach Ausbildung die „Grundausbildung“ und die Business Coach Ausbildung dann die Vertiefung oder Spezialisierung. Andere Spezialisierungen könnten z.B. Schema-Coaching sein (s. Buch Migge Schema-Coaching), Aufstellungsarbeit (die Grundlagen kommen in der Personal Coach Ausbildung), Hypnose (Grundlagen in der Personal Coach Ausbildung), Krisen- & Trauma-Arbeit nach Levine (Grundlagen in der Personal Coach Ausbildung), ACT (Akzeptanz- und Commitment-Therapie/-Training) & Introvision (zwei achtsamkeitsbasierte Methoden – mein Schwerpunkt, den ich praktisch in allen Trainings und Coachings – bei Privatpersonen und in Firmen – einfließen lasse), …

Probleme im Business-Kontext sind i.d.R. verstrickt mit der Lebenssituation, dem Selbstbild (Identität), dem inneren Lebenskonzept (Werte & Regeln) und unbewussten Denk-, Fühl- und Handlungsmustern der beteiligten Personen. Und die betreffen das ganze Leben und nicht nur die Arbeit (u.a. deswegen kann es meiner Meinung nach auch keine Work-Life-Balance, sondern nur Work-Life-Integration geben).

Meine Erfahrung ist, dass ohne die Erarbeitung der tiefer gehenden Tools der Personal Coach Ausbildung, die Wirkung des Business Coachings nicht die Wirkung erzielt, die vielleicht möglich ist (ich habe vor dieser Ausbildung über Jahre ausschließlich mit business- und erfolgsorientierten NLP-Tools gearbeitet, die oft sofort greifen, manchmal aber nicht dauerhaft die gewünschten Ergebnisse bringen, weil der Kern des Konfliktes nicht gelöst wird (und das war für mich als Coach nicht wirklich befriedigend).

Allerdings gibt es auch Coachings, bei denen „Tiefgang“ nicht erwünscht oder nicht erforderlich ist, weil es um „einfache“ Anliegen und Ziele geht. Die Frage am Ende ist wahrscheinlich, wie Sie arbeiten wollen. Haben Sie mehr Spaß mit guten Tools eher an der Oberfläche zu arbeiten oder wollen Sie auch im Kern etwas verändern und nachhaltig Leistung und Lebenszufriedenheit unter einen Hut bringen?

Aufgrund meiner persönlichen Erfahrung ist meine Empfehlung: mit der Personal Coach Ausbildung anfangen, damit arbeiten, um Methodenkompetenz in den Grundlagen zu stärken, rauszufinden was mir liegt und wo ich wirklich mit Herz dabei bin und dann auf ein Thema ausrichten und vertiefen (in Ihrem Fall dann wahrscheinlich Business-Coaching). Das Feedback von teilnehmenden Personalreferenten und Personalleitern war bisher sehr positiv.

Ich hoffe, ich konnte ein wenig helfen! Und wenn noch Fragen offen sind, einfach anrufen (das geht schneller als schreiben)!

Herzliche Grüße
Marc Kaltenhäuser