Unser Geist ist rund um die Uhr in Aktion. Unser Gehirn ist mit 2% des Körpergewichts verantwortlich für 20% unseres Energieverbrauchs! Und wenn wir uns nicht bewusst mit etwas beschäftigen (z.B. konzentriert arbeiten, entspannt lesen, in ein spannendes Gespräch vertieft sind), dann macht sich unser Geist einfach selbständig, geht auf Problemsuche, und fängt an, Lösungen zu erarbeiten. Grundsätzlich ein gutes Programm!

In den letzten Jahren und Jahrzenten hat sich unsere Lebenssituation allerdings enorm verändert. Und was früher gut und hilfreich war ist heute oftmals mental sehr anstrengend und körperlich belastend. Es kann uns unnötig viel Kraft und Energie kosten, die wir lieber für die gesunde Gestaltung unseres Alltags verwenden wollen.

Achtsamkeitstraining ist die Bewusstmachung dieser „im Hintergrund“ laufenden Prozesse und die Entwicklung einer bewussten Aufmerksamkeitssteuerung. Wir unterbrechen diese „Verselbständigung“ des Geistes und wechseln vom Autopilot in den Achtsamkeitsmodus, eine bewusste – und vor allen Dingen Gesundheit fördernde – Denk-, Fühl- und Handlungsstrategie.

Daniel Kahneman, System 1 vs. System 2

  1. mit allen Sinnen im Hier-und-Jetzt sein
  2. nicht in der Vergangenheit, nicht in der Zukunft
  3. nicht in Gedanken verloren, nicht im Autopilot
  4. neugierig, offen & flexibel im gegenwärtigen Moment präsent sein

Warum ist Achtsamkeit für psychische Gesundheit so wichtig?

Achtsamkeit ist für uns so wichtig, weil es die Grundlage für alle anderen mentalen Prozesse ist, die für die gesunde Gestaltung des Alltags wichtig sind. Weltweit wurden inzwischen über 4.000 wissenschaftlich relevante Studien gemacht, die immer wieder bestätigen:

Achtsamkeits-Training wirkt sich positiv aus auf viele mentale Prozesse und mental-emotionale Kompetenzen. Für psychische Gesundheit am wichtigsten sind die Effekte auf das Gedächtniszentrum (Hippocampus) und die Emotionale Regulation über die Amygdala (unser Alarm- & Stress-System) und den Präfrontalen Kortex (PFC). Der PFC ist verantwortlich für die Runter-Regulierung der Stressreaktion, für die Aktivierung des Immunsystems, für ein emotionales Ich-Du-Verständnis und für die „Inhibition“ (die persönliche Selbstkontrolle/Selbststeuerung – z.B. Schokolade essen oder links liegen lassen).

Durch tägliches Achtsamkeits-Training wird das Zusammenspiel dieser Systeme verfeinert,

  • Wohlbefinden, Konzentrationsfähigkeit & das Immunsystem werden gestärkt,
  • der Umgang mit schwierigen Gefühlen & und die Wahrnehmung des Gegenübers (Empathie/Mitgefühl, Basis für soziale Kompetenz und emotionale Intelligenz) wird verbessert,
  • und die individuelle psychische Flexibilität wird gestärkt und verringert so die Anfälligkeit für psychische Erkrankungen (Stärkung der mentalen Widerstandskraft/Resilienz).

Es gibt also viele gute Gründe, „achtsam sein“ zu lernen, zu üben und zu einer lebenslangen Gewohnheit zu machen!

Achtsam wahrnehmen, was ist –  und tun, was gut tut

Achtsamkeit – Schlüssel für ein gutes Leben.
© Institut für Psychisches Gesundheitsmanagement

  • für mich
    gesunde Selbstfürsorge durch Abgrenzung &
    bewusste Selbststeuerung
  • für Kollegen/das Team
    (meine Beziehung/ Partnerschaft)
    emotionale Intelligenz,
    soziale Kompetenz,
    gesunde Führung
  • für das Unternehmen
    (meine Familie)
    gesunde Hochleistung

Unterschiede im Achtsamkeits-Training: Atmen, Sehen, Hören, Spüren, Gedanken & Gefühle

Da wir uns sehr schnell in Gedanken und Gefühlen „verheddern und verfangen“, ist es einfacher am Anfang mit dem Atem und den Sinnen Sehen, Hören und Spüren zu üben. Wenn dann die Kompetenz der bewussten Aufmerksamkeitssteuerung gestärkt ist, gehen wir den nächsten Schritt und üben mit Gedanken und Gefühlen. Dabei ist es wichtig, ein Bewusstsein für den inneren Beobachter zu entwickeln. Es ist diese Position des inneren Beobachters, die uns erlaubt, auch schwierige und zum Teil sehr unangenehme Emotionen und Empfindungen für eine Weile auszuhalten. Können wir diese Position gut halten, dann können wir aus dieser sicheren Position heraus aus dem Autopilot aussteigen und neue, gesündere Entscheidungen treffen und entsprechend handeln.

Im Coaching und in meinen Workshops und Seminaren sind Achtsamkeit und Achtsamkeitstraining ein zentraler Faktor.
Achtsamkeit & emotionale Intelligenz in Hochleistungsteams
Selbstwirksamkeit. Leistung. Lebensqualität.
Zert. Fortbildung ACT und Introvision im Coaching
Methodenübergreifende Coaching Ausbildung Freiburg
Personal Coaching. Business Coaching. Executive Coaching.

Marc Kaltenhäuser, M.S. (USA)
Marc Kaltenhäuser leitet das Institut für Psychisches Gesundheitsmanagement in Freiburg und ist seit über 25 Jahren national & international als Trainer & Coach tätig (u.a. in Kuala Lumpur, Singapur und Sydney). In persönlichen Gesprächen, intensiven Telefonaten und Videokonferenzen begleitet er Menschen aus der Region Freiburg, aus der nahen Schweiz und über größere Entfernungen. Ein von ihm konzipiertes auf Achtsamkeit basierendes Workshop-Konzept zur Förderung mentaler Stärke und psychischer Gesundheit wurde für ein DAX-Unternehmen bundesweit über 100 Mal umgesetzt. Sowohl in seinen Firmenprojekten als auch von TeilnehmerInnen und Coaching-Klienten erhält er stets hervorragende Rückmeldungen.

Literatur (u.a.)

  • Bauer J. (2015). Selbststeuerung. Die Wiederentdeckung des freien Willens. München: Blessing.
  • Hayes S. C. mit Smith S. (2007). In Abstand zur inneren Wortmaschine: Ein Selbsthilfe- und Therapiebegleitbuch auf der Grundlage der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT). Tübingen: DGVT.
  • Kahneman D. (2012). Schnelles Denken, langsames Denken. Berlin: Siedler. – Hr. Kahneman erhielt für seine Arbeit als Psychologe den Nobelpreis für Wirtschaft.
  • Strosahl K.D., Robinson P.J. (2016). In diesem Moment. Stress überwinden und achtsam werden. Das 5-Stufen-Programm neurowissenschaftlich belegt. Stuttgart: Trias.
  • Wagner A. C., Kosuch R. & Iwers-Stelljes T. (2016). Introvision. Problemen gelassen ins Auge schauen. Stuttgart: Kohlhammer.